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Feldwebel
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Der Feldwebel ist ein militĂ€rischer Dienstgrad der Bundeswehr und frĂŒherer StreitkrĂ€fte im deutschen Sprachraum. In der Schweizer Armee lautet die Bezeichnung fĂŒr den Dienstgrad Feldweibel. Im Bundesheer hat die Dienstgradbezeichnung Wachtmeister die Bezeichnung Feldwebel abgelöst.

Contents

‱ Bundeswehr
‱ Geschichte
‱ Deutschland
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Begriffsgeschichte

Das Wort ist ein Kompositum aus dem alten Begriff Weibel (ahd. weibĂŽn, sich hin und her bewegen‘)cite-ref-1[A 1] und Feld, hier im Sinne von Schlachtfeld oder Kriegcite-ref-2[A 2] im Allgemeinen. Ähnlich dem RennfĂ€hnrich, hatte sich demnach der Feldwebel auf dem Marsch oder in der Schlacht oft hin und her zu bewegen, um beispielsweise das Marschtempo der Truppe zu kontrollieren oder um Befehle von Offizieren zu ĂŒbermitteln.

Der Begriff Feldwebel wurde auch in mehrere andere Sprachen ĂŒbernommen, darunter schwedisch (fĂ€ltvĂ€bel), russisch (Ń„Đ”Đ»ŃŒĐŽŃ„Đ”Đ±Đ”Đ»ŃŒ) und bulgarisch (фДлЎфДбДл). Von Webel leiten sich finnisch vÀÀpeli und estnisch veebel ab.

Schließlich wurde der Feldwebel zum Gehilfen des Hauptmanns und damit der höchste Unteroffiziersdienstgrad der Kompanie.

Bundeswehr

Der Dienstgrad Feldwebel wird durch den BundesprĂ€sidenten mit der Anordnung des BundesprĂ€sidenten ĂŒber die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldatencite-ref-bpr-sunifano-7-1[4] auf Grundlage des Soldatengesetzescite-ref-10[7] festgesetzt.

Befehlsbefugnis und Dienststellungen

In der Bundeswehr ist der Feldwebel ein Unteroffiziersdienstgrad,cite-ref-bpr-sunifano-7-2[4] der gemĂ€ĂŸ der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) A-1420/24 „Dienstgrade und Dienstgradgruppen“ zur Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee zĂ€hlt.cite-ref-sg-5-1[2]cite-ref-11[A 4] Aufgrund der Zugehörigkeit zur Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee können Feldwebel auf Grundlage des § 4 („VorgesetztenverhĂ€ltnis auf Grund des Dienstgrades“) der Vorgesetztenverordnung innerhalb der dort gesetzten Grenzen Soldaten der Dienstgradgruppen Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen.cite-ref-sga12-12-0[8]cite-ref-vorgv4-13-0[9]

Feldwebel werden beispielsweise als Gruppen- und TruppfĂŒhrer, als Kommandant von Panzerfahrzeugen, auf Stabsposten oder als besonders qualifiziertes technisches oder handwerkliches Fachpersonal eingesetzt. Im Personalwesen der Reserve haben Mobilisierungsfeldwebel besondere Bedeutung. In nicht aktiven Truppenteilen sind Mobilisierungsfeldwebel oft die einzigen aktiven Soldaten. Ihre Arbeit unterstĂŒtzt die Einplanung von Reservisten und ihre Einberufung zu ReserveĂŒbungen oder als Teil einer Mobilmachung der StreitkrĂ€fte. Aufgrund der Dienststellung können Feldwebel in den in der Vorgesetztenverordnung aufgezĂ€hlten FĂ€llen allen dienstlich oder fachlich unterstellten Soldaten Befehle erteilen.cite-ref-sga12-12-1[8]cite-ref-vorgv-14-0[10]

Ernennung und Besoldung

Maßgebliche gesetzliche Grundlagen fĂŒr die Ernennung zum Feldwebel trifft die Soldatenlaufbahnverordnung (SLV) und ergĂ€nzend die Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 20/7. Zum Dienstgrad Feldwebel können Zeitsoldaten und Reservisten ernannt werden. Voraussetzung zur Ernennung in den Dienstgrad Feldwebel ist die Zugehörigkeit zu einer der Laufbahnen der Feldwebel. Die Einstellung mit dem Dienstgrad Feldwebel ist möglich, wenn der Bewerber ĂŒber in der Verwendung verwertbare Kenntnisse verfĂŒgt.cite-ref-15[A 5] Die meisten Feldwebel haben zuvor aber als FeldwebelanwĂ€rter im Dienstgrad Stabsunteroffizier gedient. Der Dienstgrad Feldwebel kann in diesem Fall frĂŒhestens ein Jahr nach Ernennung zum Stabsunteroffizier erreicht werden. Voraussetzung ist ferner, dass sie eine UnteroffizierprĂŒfung bestanden haben, die sich aus einem allgemeinmilitĂ€rischen und einem militĂ€rfachlichen Teil zusammensetzt (FeldwebelprĂŒfung).cite-ref-slv-16-0[11]cite-ref-anlage-17-0[12]cite-ref-20-7-18-0[13]cite-ref-19[A 6]

Feldwebel werden nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A 7 besoldet.cite-ref-bbeso-9-1[6]

Dienstgradabzeichen

→

Hauptartikel

:

Dienstgradabzeichen der Bundeswehr

Das Dienstgradabzeichen fĂŒr Feldwebel zeigt einen Winkel mit der Spitze nach oben und eine geschlossene Tresse als Schulterabzeichen.cite-ref-bpr-sunifano-7-3[4]cite-ref-zdv2008-3-1[1]

Die Schulterklappen erhielten erst Mitte 1959 eine umlaufende, auf Höhe der Schulternaht aber noch nicht geschlossene Borte. Bei Luftwaffe und Heer galt dies vom Dienstgrad Unteroffizier aufwĂ€rts, bei der Bundesmarine ab dem Dienstgrad Bootsmann. Die Farbe der Borte war in der Anordnung nicht definiert, dĂŒrfte sich aber an jener des Dienstgradwinkels orientiert haben. Die unten offene Schulterklappen-Borte identifizierte also noch nicht (wie heute) speziell den Dienstgrad Unteroffizier, sondern fungierte als allgemeines Rangabzeichen des Unteroffiziersstandes.cite-ref-20[14] Erst Ende 1962 erhielten alle oberhalb des Dienstgrades Unteroffizier stehenden Unteroffiziere eine auch auf Schulternahthöhe geschlossene Borte.cite-ref-21[15]

Äquivalente, nach- und ĂŒbergeordnete Dienstgrade

Den Dienstgrad Feldwebel fĂŒhren nur Heeres- und LuftwaffenuniformtrĂ€ger. MarineuniformtrĂ€ger derselben Rangstufe fĂŒhren den Dienstgrad Bootsmann. OffizieranwĂ€rter fĂŒhren den ranggleichen Dienstgrad FĂ€hnrich (fĂŒr Heeres- und LuftwaffenuniformtrĂ€ger) oder FĂ€hnrich zur See (fĂŒr MarineuniformtrĂ€ger).cite-ref-bpr-sunifano-7-4[4] In den StreitkrĂ€ften der NATO ist der Feldwebel zu allen Dienstgraden mit dem NATO-Rangcode OR-6 Ă€quivalent.cite-ref-stanag-6-1[3]

In den Feldwebellaufbahnen ist der Feldwebel gemĂ€ĂŸ Nr. 127 f. ZDv 20/7 zwischen dem rangniedrigeren Stabsunteroffizier bzw. Obermaat und dem ranghöheren Oberfeldwebel bzw. Oberbootsmann eingeordnet (erste Dienstgradbezeichnung jeweils fĂŒr Heeres- und LuftwaffenuniformtrĂ€ger; zweite Dienstgradbezeichnung jeweils fĂŒr MarineuniformtrĂ€ger).cite-ref-20-7-18-1[13]

Inoffizielle Verwendung als Sammelbezeichnung

Inoffiziell werden die Heeres- und LuftwaffenuniformtrÀger der Dienstgradgruppe Unteroffiziere mit Portepee als Feldwebel bezeichnet, wobei manchmal implizit auch die MarineuniformtrÀger dieser Dienstgradgruppe einbezogen sind. Aufgrund des inoffiziellen Charakters der Bezeichnung ist hÀufig unklar, ob die einem anderen Bezeichnungsschema folgenden Dienstgrade der OffizieranwÀrter aus der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee (FÀhnrich, OberfÀhnrich bzw. auch FÀhnrich zur See und OberfÀhnrich zur See) ebenfalls unter diese inoffizielle Bezeichnung fallen oder nur die Dienstgrade dieser Dienstgradgruppe, in die man in einer der Laufbahnen der Feldwebel ernannt werden kann.

Siehe auch

:

Unteroffiziere mit Portepee#Inoffizielle Bezeichnungen

Laufbahnen der Feldwebel

→

Hauptartikel

:

Laufbahngruppe

UnabhĂ€ngig vom Dienstgrad Feldwebel oder der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee werden gemĂ€ĂŸ der Soldatenlaufbahnverordnung die zehn Laufbahnen der Feldwebel zu einer der beiden Untergruppen der Laufbahngruppe der Unteroffiziere zusammengefasst.cite-ref-23[A 7] Soldaten, deren Ausbildungsziel mit der Ernennung in einen der Dienstgrade der Dienstgradgruppe Unteroffiziere mit Portepee erreicht wird, werden einer der Laufbahnen der Feldwebel zugeordnet. Diese umfasst also auch FeldwebelanwĂ€rter (und entsprechende AnwĂ€rter der Laufbahnen fĂŒr Reservisten) der Dienstgradgruppe der Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee. Im Übrigen gehören nicht alle Soldaten der Dienstgradgruppe Unteroffiziere mit Portepee diesen Laufbahnen an. Sie sind stattdessen als OffizieranwĂ€rter der Laufbahngruppe der Offiziere zugeordnet.cite-ref-slv-16-1[11]

Geschichte

Der Feldwebel steht seit Mitte 1969 in Besoldungsgruppe A 7, gemeinsam mit dem Oberfeldwebel (dieser mit Stellen- bzw. Amtszulage). Vorher waren Feldwebel in A 6 eingruppiert. Die 1969 in BesGr. A 6 aufgerĂŒckten Stabsunteroffiziere hatten bis dahin BesGr. A 5 mit Stellenzulage bezogen.cite-ref-24[17]cite-ref-25[18]

Schweizer Armee

In der Schweizer Armee wird der Grad als Feldweibel bezeichnet.

FrĂŒhere StreitkrĂ€fte

Österreich-Ungarn

Zur Zeit der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie wurde der Dienstgrad Feldwebel bei der Infanterie der Gemeinsamen Armee gefĂŒhrt. Ihm kam der Feuerwerker der Artillerie gleich, bei der Kavallerie und beim Train der Wachtmeister. Seit 1913 war dem Feldwebel der Stabsfeldwebel vorgesetzt. Der dienstfĂŒhrende Feldwebel (Ă€ußeres Kennzeichen war in den meisten Truppengattungen der OffizierssĂ€bel mit kaisergelb-schwarzem Unteroffiziersportepee) stand dem Rechnungsfeldwebel sowie den ĂŒbrigen Unteroffizieren (ZugsfĂŒhrer, Korporale) der Kompanie vor. Unmittelbar vor dem Stabsfeldwebel rangierten der EinjĂ€hrig-Freiwillige Feldwebel und der Kadett-Feldwebel. Mit diesem OffiziersanwĂ€rterdienstgrad wurden all jene Absolventen der Kadettenschulen in die Truppe eingegliedert, die ihre Ausbildung mit „Gut“ abgeschlossen hatten. Der Kadett-Feldwebel (1909 in Kadett umbenannt) kam nach 1891 weitestgehend außer Gebrauch, verschwand aber nie gĂ€nzlich. Am Ende des Ersten Weltkrieges waren ihm der Offiziersstellvertreter und der FĂ€hnrich unmittelbar vorgesetzt.

Mit dem Untergang der k.u.k. Armee 1918 fielen die Bezeichnungen Feldwebel und Feuerwerker weg; an ihre Stelle trat in allen Truppengattungen der Wachtmeister bzw. Stabswachtmeister. Gleichzeitig erfolgte die RĂŒckstufung des Wachtmeisterdienstgrades: Seit 1921 war nunmehr der rangniederste Unteroffiziersgrad dem Unterfeldwebel der deutschen Reichswehr gleichgesetzt (ein Pendant zum deutschen Dienstgrad „Unteroffizier“ existierte in Österreich nicht). Der Stabswachtmeister rangierte mit dem Reichswehr-Feldwebel, der Offiziersstellvertreter mit dem Reichswehr-Oberfeldwebel (ZugsfĂŒhrer und Korporal entsprachen nun dem Obergefreiten bzw. Stabsgefreiten). Im „modernen“ österreichischen Bundesheer bilden die Wachtmeister eine eigene Dienstgradgruppe.

Siehe auch

:

Rangabzeichen der österreichisch-ungarischen StreitkrÀfte

Deutschland

Ausgehendes Mittelalter und FrĂŒhe Neuzeit

Bereits gegen Ende des 15. Jahrhunderts gehörten die Aufgaben des Weibels, spĂ€ter des Feldweibels, zu den wichtigsten Funktionen im FĂ€hnlein. Im Unterschied zu den gemeinen Weibels, die, von den Landsknechten gewĂ€hlt, deren Interessen gegenĂŒber den Offizieren vertraten, wurde der Feldwebel vom Obristen oder vom Hauptmann eingesetzt. Als taktischer Gehilfe des Hauptmanns hatte er bei der Einteilung und Aufstellung der Schlachtordnung des FĂ€hnleins mitzuwirken. Eine vergleichbare Funktion ĂŒbte in den Regimentern der Obristwachtmeister (spĂ€ter Major) aus. Im 17. und 18. Jahrhundert beschrĂ€nkte sich die TĂ€tigkeit des Feldwebels allmĂ€hlich, Ă€hnlich der des Majors, auf den inneren Dienst. Eine Sonderstellung nahm der Hurenweibel ein, der als FĂŒhrer des Trosses, bei entsprechender GrĂ¶ĂŸe desselben, Hauptmannssold erhielt. Zu seiner UnterstĂŒtzung standen ihm dann ein Leutnant und ein FĂ€hnrich zur VerfĂŒgung, mit deren Hilfe er die innere Ordnung im Tross aufrechtzuerhalten hatte und dessen taktische FĂŒhrung er sichern musste.

17. bis 19. Jahrhundert

Mit der Herausbildung regulĂ€rer Dienstgrade ab Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der Feldwebel zum ranghöchsten Unteroffizier der Kompanie. In einigen Armeen deutscher Staaten nannte man ihn zeitweilig Sergeant. Der Feldwebel war insbesondere verantwortlich fĂŒr den inneren Dienst der Kompanie, den Befehlsempfang, das Schreib- und Rechnungswesen usw. Die Bezeichnung fĂŒr diese Dienststellung Ă€nderte sich vom Kompaniefeldwebel der preußischen Armee ĂŒber den etatmĂ€ĂŸigen und den diensttuenden Feldwebel bis zum Hauptfeldwebel. Bei der Artillerie und der Kavallerie hieß der Feldwebel Wachtmeister.

In der preußischen Armee standen Feldwebel und Wachtmeister seit 1741 nicht mehr „unter dem Stock“, sondern wurden zur Strafe „nur“ noch gefuchtelt. Im selben Jahr wurde den etatmĂ€ĂŸigen Feldwebeln des ersten Bataillons Garde das Offiziersportepee am MannschaftssĂ€bel erlaubt, dem Beispiel folgten spĂ€ter die beiden ĂŒbrigen Gardebataillone und 1789 die ĂŒbrige Armee. Seit 1822 durften preußische Feldwebel den Degen bzw. SĂ€bel der Offiziere am Mannschaftskoppel anlegen, die Waffe war jedoch auf eigene Kosten zu beschaffen. 1844 wurde ihnen in Preußen die gesteifte DienstmĂŒtze mit Schirm (ĂŒbrige Unteroffiziere erst ab 1873) und Offizierskokarde gewĂ€hrt.cite-ref-26[19]

Mit der weiteren Entwicklung des MilitĂ€rwesens seit Mitte des 19. Jahrhunderts gewann der Feldwebeldienstgrad zunehmend an Bedeutung. Die von ihnen zu besetzenden Dienstposten wurden zahlreicher und erforderten, vor allem im Zusammenhang mit der Technisierung der StreitkrĂ€fte, in steigendem Maße Spezialkenntnisse.

Deutsches Kaiserreich

Der (etatmĂ€ĂŸige) Feldwebel (Spieß) war in Deutschland bis 1918 der höchste Unteroffizierdienstgrad. Im kaiserlichen Heer waren ihm die nicht etatmĂ€ĂŸigen ĂŒberzĂ€hligen Feldwebel (Vizefeldwebel), die Sergeanten und die Unteroffiziere untergeordnet. Der EtatmĂ€ĂŸige war mit dem inneren Dienst und Verwaltungsaufgaben betraut und arbeitete eng mit dem Kompaniechef zusammen.

Der Dienstgrad Vizefeldwebel wurde in den kaiserlichen StreitkrĂ€ften 1873 eingefĂŒhrt. Seine Aufgaben waren die Anleitung der jĂŒngeren Unteroffiziere und nötigenfalls zur Vertretung eines Offiziers (vgl. Offiziersstellvertreter). In den folgenden Jahrzehnten bildeten sich schrittweise die speziellen Dienstgradbezeichnungen SanitĂ€ts-, Waffen- oder Bekleidungsfeldwebel sowie Schirrmeister, Feuerwerker und Funkmeister heraus.

Auch gab es Feldwebel bis 1920 in der Regel bei der Marineinfanterie, in den Flottenstamm-/Matrosendivisionen und im SanitÀtsdienst der Marine.

Siehe auch

:

Dienstgrade des Deutschen Heeres (Deutsches Kaiserreich)

Weimarer Republik und Drittes Reich

→

Hauptartikel

:

Dienstgrade der Wehrmacht

und

NS-RanggefĂŒge

Zur Zeit der Weimarer Republik wurden in der Reichswehr 1920 die neuen Dienstgrade Ober- und Unterfeldwebel (Letzterer entsprechend dem frĂŒheren Sergeanten) eingefĂŒhrt. Die Kompetenzen der bis dato höchsten Unteroffiziersverwendungen im Kompaniebereich ĂŒbernahm der „truppendiensttuende planmĂ€ĂŸige Oberfeldwebel“/„Oberwachtmeister“, spĂ€ter in der Wehrmacht der „Oberfeldwebel der Truppe“ bzw. (ab 1938) der Hauptfeldwebel (hier nur eine Dienststellung, jedoch kein Dienstgrad). Diese Funktion heißt in der Bundeswehr Kompaniefeldwebel (ebenfalls eine Dienststellung).

Ab 22. Oktober 1922 wurden die Dienstgrade Feldwebel und Oberfeldwebel als Unteroffiziere mit Portepee auch in der Reichsmarine (spĂ€ter Kriegsmarine) eingefĂŒhrt, jedoch galt die alte Dienstgradbezeichnung fĂŒr Deckoffiziere, wie Steuermann, Bootsmann usw., weiter.

Im Dritten Reich war der ranghöchste Feldwebeldienstgrad seit 1938 der Stabsfeldwebel in Heer und Luftwaffe bzw. der Stabsoberfeldwebel (ab 1939) in der Kriegsmarine. Diese wurden, wie der Name schon andeutet, nicht in Kompanien, sondern ĂŒblicherweise in höheren StĂ€ben eingesetzt.

In der deutschen Wehrmacht war der Dienstgrad Feldwebel der niedrigste Rang der Unteroffiziere mit Portepee, der aus der Reichswehr ĂŒbernommen wurde. In den Waffengattungen Kavallerie, Artillerie und Flak lautete die Rangbezeichnung Wachtmeister. Diesem Rang entsprach auch der SS-OberscharfĂŒhrer der Waffen-SS, der SA-TruppfĂŒhrer sowie der Bootsmann der Kriegsmarine. Der OffizieranwĂ€rter im Range Fahnenjunker-Feldwebel war dem Feldwebel nominell gleichgestellt.

GemĂ€ĂŸ den heutigen NATO-Rangcodes wĂ€ren diese RĂ€nge mit OR-6 vergleichbar.cite-ref-27[A 8]

Rangabzeichen Wehrmacht (Heer, Luftwaffe, Marine) bis 1945

Das Äquivalent zu diesem Dienstgrad war der Bootsmann der Reichsmarine und der Kriegsmarine bis 1945. Der entsprechende Dienstgrad in der Waffen-SS war SS-OberscharfĂŒhrer.

| Dienstgrad | Dienstgrad | Dienstgrad |
|---|---|---|
| niedriger: Unterfeldwebel | Deutsches Reich Feldwebel ( Wachtmeister ) | höher: Oberfeldwebel |

DDR

→

Hauptartikel

:

Dienstgrade der Nationalen Volksarmee

In der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR NVA und den Grenztruppen der DDR konnten in der Regel Berufssoldaten nach erfolgreichem Abschluss der 6-monatigen Unteroffiziersschule und nach einem praktischen Dienstjahr zum Unterfeldwebel (Obermaat), nach weiteren 18 Monaten zum Feldwebel (Meister) befördert werden. Nach der Änderung der Beförderungsregelungen im FrĂŒhjahr 1989 fĂŒr Berufsunteroffiziere dauerte die jeweilige Dienstzeit, in den nĂ€chsthöheren Dienstgrad befördert zu werden, nur jeweils ein halbes Jahr. Man konnte demnach den Dienstgrad Feldwebel bereits nach zwei Jahren Gesamtdienstzeit erreichen.

Die folgenden Dienstgrade der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee waren:

‱ Oberfeldwebel (LandstreitkrĂ€fte und LuftstreitkrĂ€fte), Obermeister (Volksmarine) und
‱ Stabsfeldwebel (LandstreitkrĂ€fte und LuftstreitkrĂ€fte), Stabsobermeister (Volksmarine).

Als Berufsunteroffiziere und MilitĂ€rspezialisten konnten sich Feldwebel/Meister bei entsprechender Eignung und bei ErfĂŒllung der erforderlichen Voraussetzungen auch fĂŒr das DienstverhĂ€ltnis des FĂ€hnrichs der NVA oder Berufsoffiziers bewerben.

Die Verwendung des Feldwebels erfolgte als GruppenfĂŒhrer und stellvertretender ZugfĂŒhrer sowie in verschiedenen Stabsverwendungen.

Als Hauptfeldwebel oder „Spieß“ (nach NATO-VerstĂ€ndnis Kompaniefeldwebel) wurde der Dienststellung nach derjenige Unteroffizier oder FĂ€hnrichdienstgrad bezeichnet, der in der Kompanie fĂŒr die DienstdurchfĂŒhrung der Unteroffiziere und Mannschaften, die Disziplin, Ordnung und Einsatzbereitschaft der materiellen Mittel verantwortlich war.

| Dienstgrad | Dienstgrad | Dienstgrad |
|---|---|---|
| niedriger: Unterfeldwebel | Feldwebel ( Wachtmeister ) | höher: Oberfeldwebel |

Literatur

‱ Georg Ortenburg, Hrsg.: Heerwesen der Neuzeit, Abt. I, Das Zeitalter der Landsknechte, Bd. 2, Siegfried Fiedler: Kriegswesen und KriegfĂŒhrung im Zeitalter der Landsknechte, Bernard & Graefe Verlag Koblenz, 1985, ISBN 3-7637-5462-8

Weblinks

Wiktionary: Feldwebel

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Feldwebel im Berufenet der Bundesagentur fĂŒr Arbeit

Anmerkungen

cite-note-1A 1. ↑ Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch (16 Bde. [in 32 TeilbĂ€nden]). S. Hirzel, Leipzig 1854–1960. Bd. XIV, Sp. 379: urspr. gerichtsbote; militĂ€r: unteroffiziersrang „allen hauptleuten, fenderichen, weybeln und befelchsleuten, so von gedachten obersten gesetzt werden, gehorsam zu seyn“
cite-note-2A 2. ↑ Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch (16 Bde. [in 32 TeilbĂ€nden]). S. Hirzel, Leipzig 1854–1960. Bd. III, Sp. 1474: 8) sehr hĂ€ufig bezieht sich feld, gleich dem sl. pole, auf kampf und krieg und ist nicht nur das schlachtfeld, campus certaminis, proelii, sondern ĂŒberhaupt das feld, in das ein heer zieht b) feld, auf welchem man dem feind entgegen zieht, feld des heerzugs, des lagers; ins feld gehn oder ziehn kann zwar heiszen in die schlacht, aber auch blosz den heerzug unternehmen, in den krieg ausziehen, zu felde liegen.
cite-note-41. Links: Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges fĂŒr HeeresuniformtrĂ€ger der Artillerietruppe. Rechts: Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges fĂŒr LuftwaffenuniformtrĂ€ger.
cite-note-11A 4. ↑ Heeres- und LuftwaffenuniformtrĂ€ger dieser Dienstgradgruppe werden inoffiziell auch als Feldwebeldienstgrade zusammengefasst. Unteroffiziere mit Portepee, die entsprechende Dienstgrade fĂŒr MarineuniformtrĂ€ger fĂŒhren, werden inoffiziell auch als Bootsleute bezeichnet.
cite-note-15A 5. ↑ Nach §17 der Soldatenlaufbahnverordnung zĂ€hlen dazu beispielsweise je nach angestrebter Verwendung die MeisterprĂŒfung, der Abschluss an einer zweijĂ€hrigen Fachschule, der Berufsabschluss als Krankenschwester, das Grundstudium an einer Hochschule fĂŒr Musik mit Abschluss Vordiplom etc.
cite-note-19A 6. ↑ ZDv 20/7 auf Grundlage § 44 der Soldatenlaufbahnverordnung (Verordnung ĂŒber die Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten (Soldatenlaufbahnverordnung – SLV). 19. MĂ€rz 2002, § 44 (Online [abgerufen am 25. MĂ€rz 2014] Neugefasst durch Bek. v. 19. August 2011 I 1813. Zuletzt geĂ€ndert durch Art. 2 Abs. 5 G v. 8. April 2013 I 730). )
cite-note-23A 7. ↑ Die andere Untergruppe der Laufbahngruppe der Unteroffiziere umfasst die sechs Laufbahnen der Fachunteroffiziere.
cite-note-27A 8. ↑ OR steht fĂŒr englisch Other (enlisted) Ranks (OR) in Abgrenzung zu OF (Officers) und WO (Warrant Officers, in Deutschland ohne Entsprechung). Vgl. NATO glossary abbreviations used in NATO documents and publications. Glossaire OTAN des abrĂ©viations utilisĂ©es dans les documents et publications OTAN. 2010, S. 237 (englisch, Online (Memento vom 8. Mai 2010 im Internet Archive) [PDF; 5,1 MB; abgerufen am 13. Oktober 2016]).

Einzelnachweise

cite-note-zdv2008-31. Hartmut Bagger, FĂŒhrungsstab der StreitkrĂ€fte I 3, Bundesministerium der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 37/10. Anzugordnung fĂŒr die Soldaten der Bundeswehr. Juli 1996. Neudruck von Oktober 2008. Bonn 16. Juli 2008, 4 Kennzeichnungen, S. 539 (Digitalisat [PDF; 3,5 MB] Neudruck Oktober 2008 ersetzt Erstausgabe von Juli 1996). Digitalisat (Memento vom 19. September 2014 im Internet Archive)
cite-note-sg-52. Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 14/5. Soldatengesetz. DSK AV110100174, Änderungsstand 17. Juli 2008. Bonn 21. August 1978, Dienstgradbezeichnungen in der Bundeswehr, S. B 185 (nicht zu verwechseln mit dem Gesetz ĂŒber die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz)).
cite-note-stanag-63. Agreed English texts. STANAG 2116. NATO standardization agreement (STANAG). NATO codes for grades of military personnel. 5. Auflage. 1992 (englisch, NATO Rank Codes – 1992 [abgerufen am 25. MĂ€rz 2014]).
cite-note-bpr-sunifano-74. Der BundesprĂ€sident (Hrsg.): Anordnung des BundesprĂ€sidenten ĂŒber die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten. BPrĂ€sUnifAnO. 14. Juli 1978 (gesetze-im-internet.de [PDF] Anordnung des BundesprĂ€sidenten ĂŒber die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten vom 14. Juli 1978 (BGBl. I S. 1067), die zuletzt durch Artikel 1 der Anordnung vom 31. Mai 1996 (BGBl. I S. 746) geĂ€ndert worden ist).
cite-note-abkrz-82. Bundesminister der Verteidigung; FĂŒhrungsstab der StreitkrĂ€fte IV 1 (Hrsg.): AbkĂŒrzungen fĂŒr den Gebrauch in der Bundeswehr – Deutsche AbkĂŒrzungen – ZDv 64/10. Bonn 19. Januar 1979 (ucoz.de [PDF] Stand 17. September 1999).
cite-note-bbeso-96. Anlage I (zu § 20 Absatz 2 Satz 1) Bundesbesoldungsordnungen A und B. (Online [abgerufen am 25. MĂ€rz 2014] Bundesbesoldungsordnungen (BBesO) gelten nur fĂŒr Berufs- und Zeitsoldaten und sind Anlage zum Bundesbesoldungsgesetz (BBesG)).
cite-note-107. ↑ Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): Gesetz ĂŒber die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz – SG). Bonn 19. MĂ€rz 1956, § 4 Abs. 3 (2) – (gesetze-im-internet.de [PDF; abgerufen am 25. MĂ€rz 2014] Neugefasst durch Bek. v. 30. Mai 2005 I 1482. Zuletzt geĂ€ndert durch Art. 1 G v. 8. April 2013 I 730).
cite-note-sga12-128. ↑ Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 14/5. Soldatengesetz. DSK AV110100174, Änderungsstand 17. Juli 2008. Bonn 21. August 1978, Die Vorgesetztenverordnung, S. A 12 1 (nicht zu verwechseln mit dem Verordnung ĂŒber die Regelung des militĂ€rischen VorgesetztenverhĂ€ltnisses (Vorgesetztenverordnung – VorgV)).
cite-note-vorgv4-139. ↑ Bundesminister fĂŒr Verteidigung (Hrsg.): Verordnung ĂŒber die Regelung des militĂ€rischen VorgesetztenverhĂ€ltnisses (Vorgesetztenverordnung – VorgV). 4. Juni 1956, § 4 (Online [abgerufen am 25. MĂ€rz 2014] Zuletzt geĂ€ndert durch Art. 1 Nr. 2 V v. 7. Oktober 1981 I 1129).
cite-note-vorgv-1410. ↑ Bundesminister fĂŒr Verteidigung (Hrsg.): Verordnung ĂŒber die Regelung des militĂ€rischen VorgesetztenverhĂ€ltnisses (Vorgesetztenverordnung – VorgV). 4. Juni 1956 (Online [abgerufen am 25. MĂ€rz 2014] Zuletzt geĂ€ndert durch Art. 1 Nr. 2 V v. 7. Oktober 1981 I 1129).
cite-note-slv-1611. ↑ Verordnung ĂŒber die Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten (Soldatenlaufbahnverordnung – SLV). 19. MĂ€rz 2002 (Online [abgerufen am 25. MĂ€rz 2014] Neugefasst durch Bek. v. 19. August 2011 I 1813. Zuletzt geĂ€ndert durch Art. 2 Abs. 5 G v. 8. April 2013 I 730).
cite-note-anlage-1712. ↑ Beachte auch: Anlage (zu § 3). Zuordnung der Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten zu den Laufbahngruppen der Mannschaften, der Unteroffiziere und der Offiziere
cite-note-20-7-1813. ↑ Der Bundesminister der Verteidigung; Abteilung Personal-, Sozial- und Zentralangelegenheiten (Hrsg.): ZDv 20/7. Bestimmungen fĂŒr die Beförderung und fĂŒr die Einstellung, Übernahme und Zulassung von Soldatinnen und Soldaten. Bonn 27. MĂ€rz 2002, Art. 635 (PDF (Memento vom 26. Oktober 2014 im Internet Archive) [abgerufen am 26. MĂ€rz 2014] DSK AP210100187, Neudruck Januar 2008). [[Zentrale Dienstvorschrift|ZDv]] 20/7. Bestimmungen fĂŒr die Beförderung und fĂŒr die Einstellung, Übernahme und Zulassung von Soldatinnen und Soldaten (Memento vom 26. Oktober 2014 im Internet Archive)
cite-note-2014. ↑ BundesprĂ€sident Theodor Heuss et al.: Dritte Anordnung des BundesprĂ€sidenten ĂŒber die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten vom 8. Juni 1959. In: Bundesgesetzblatt Teil 1. Band 1959, 20 vom 19. Juni 1959. Bonn 8. Juni 1959, S. 281 (HTML [PDF; abgerufen am 4. August 2024]).
cite-note-2115. ↑ BundesprĂ€sident Heinrich LĂŒbke et al.: Zweite Anordnung des BundesprĂ€sidenten ĂŒber die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten vom 12. November 1962. In: Bundesgesetzblatt Teil 1. Band 1962, 47 vom 24. November 1962. Bonn 12. November 1962, S. 675 f. (HTML [PDF; abgerufen am 4. August 2024]).
cite-note-sgbox-223. Die Ă€quivalenten, ranghöheren und rangniedrigeren Dienstgrade sind im Sinne der ZDv 14/5 B 185 angegeben, vgl. Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 14/5. Soldatengesetz. DSK AV110100174, Änderungsstand 17. Juli 2008. Bonn 21. August 1978, Dienstgradbezeichnungen in der Bundeswehr, S. B 185 (Nicht zu verwechseln mit dem Gesetz ĂŒber die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz). Die in der Infobox dargestellte Reihenfolge der Dienstgrade entspricht nicht notwendigerweise einer der in der Soldatenlaufbahnverordnung vorgesehenen regelmĂ€ĂŸig durchlaufenen Dienstgradabfolgen und auch nicht notwendigerweise der in der Vorgesetztenverordnung beschriebenen Dienstgradhierarchie im Sinne eines VorgesetztenverhĂ€ltnisses).
cite-note-2417. ↑ BGBl. I S. 993
cite-note-2518. ↑ BGBl. I S. 365
cite-note-2619. ↑ Zeitschrift fĂŒr Heereskunde, Band 56, Ausgaben 359–364 (1992)